Traun-Alz-Salzach legt los

„Wir legen nun los“,  fasste der Tittmoninger Bürgermeister Konrad Schupfner das Treffen der neuen LEADER-Aktionsgruppe (LAG) „Traun-Alz-Salzach“ am 30. März in Kirchweidach zusammen. Es war die erste Veranstaltung, nachdem die erfolgreiche Bewerbung um das aktuelle europäische LEADER-Förderprogramm der 15 Städte und Gemeinden Fridolfing, Kirchanschöring, Palling, Petting, Taching am See, Tittmoning, Traunreut, Trostberg, Waging am See und Wonneberg aus dem Landkreis Traunstein sowie Feichten an der Alz, Garching an der Alz, Halsbach, Kirchweidach und Tyrlaching vor wenigen Tagen offiziell vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten als LEADER-Region anerkannt worden ist. 2015-03-30 Treffen-Kirchweidach_klein Um den Schwung aus der Bewerbungsphase nicht abbrechen zu lassen und möglichst bald die ersten Projekte mit Hilfe der LEADER-Fördermittel umsetzen zu können, haben über 50 Teilnehmer – darunter Mitglieder der LAG und weitere Interessierte – die nächsten notwendigen Schritte und Aktivitäten besprochen und geplant. Bereits in der nächsten Woche will der Vorstand die Vollzeit-Stelle eines Managers bzw. einer Managerin für die Geschäftsführung der LAG ausschreiben, der oder die dann auch die Aufgabe hat, die Region weiter voranzubringen und die Projektträger zu beraten. Hierzu formulierten die Anwesenden weitere Anforderungen: Gesucht wird demnach ein Organisationstalent mit sozialer Kompetenz, das motiviert und informiert ist sowie etwas vorwärts bringen will. Er oder sie muss kreativ und zeitlich flexibel sein, über ein gutes Zeitmanagement verfügen, bayrisch verstehen, in der Region präsent sein, sich in die Region integrieren und eigenständig arbeiten können, um den LAG-Vorstand zu unterstützen. Wichtig sind auch gute Ortskenntnisse, eine Identifikation mit den Kommunen, eine neutrale Einstellung, Fachkenntnisse zu Projekten, Moderationstechnik, Nachhaltigkeit sowie vorzugsweise ein Studium in Geographie oder Regionalmanagement. Im Hinblick auf die Umsetzung der Projekte konnte der LEADER-Manager von Oberbayern-Süd, Sebastian Wittmoser, Elemente der neuen LEADER-Förderrichtlinie vorstellen. Für normale Projekte gibt es Zuschüsse von maximal 50 Prozent und für gewinnorientierte Investitionen 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Noch mehr können Kooperationsprojekte bekommen, die gebietsübergreifend mit anderen LAGs wie z.B. Chiemgauer Alpen, Chiemgauer Seenplatte oder Mühldorf zusammenarbeiten. Für die Förderhöhe von Projekten beschlossen die Anwesenden einstimmig, dass die Fördersätze der Bayerischen Richtlinie gelten soll. Bezogen auf den gesamten Förderzeitraum bis zum Jahr 2020 stehen der LEADER-Region Traun-Alz-Salzach rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Allerdings, so unterstrich Herr Wittmoser, müssen bereits bis Ende 2017 500.000 Euro abgerufen sein, da sonst eine Deckelung drohe und die in Aussicht gestellten Gelder anderen LAGs zu Gute kämen. Im Anschluss wurde deshalb der Vorbereitungsstand der elf Start-Projekte abgefragt, die mit als erstes über das LEADER-Programm für Traun-Alz-Salzach laufen können. Bereits gut vorbereitet sind beispielsweise der „Dialog Landwirtschaft – Verbraucher“ oder der geplante Naturlehrpfad in Fridolfing „Der Auwald lebt“. Für die Unterstützung der Projekte, wie etwa auch das „7.000 Eichen-Projekt“ der Stadt Traunreut bietet Herr Wittmoser seine Hilfe an, um wichtige Details im Vorfeld abklären zu können. Für die „Einrichtung eines Künstler-Ateliers“ wollen sich die beteiligten Künstler in einer kleinen Arbeitsgruppe zusammensetzen und das Projekt weiter vorbereiten. Für die Erarbeitung gemeinsamer Strategien, wie man Treffpunkte zur Förderung der Dorfgemeinschaft erhalten oder wieder neu schaffen kann, soll es im Mai eine Abstimmungsrunde der Kommunen und interessierter Bürger geben. Dort soll dann auch die Sicherung der Nahversorgung Thema sein. Ebenfalls eine Arbeitsgruppe, evtl. sogar ein eigener Verein wurde für das Projekt der „Fuß- bzw. Kirchwege“ angeregt, die im Sinne eines regional abgestimmten Wegenetzes aufgewertet und vernetzt werden können. Weil unterschiedliche Grundstückseigentümer betroffen und einbezogen werden müssen, muss die Wegeführung gut vorbereitet und auch mit den Kommunen intensiv abgestimmt werden, lautete ein wichtiger Hinweis. Unterstützung für das Thema Fuß- und Wanderwege gibt es vom Chiemgau Tourismus, der im Herbst eine größere Konferenz zum Thema Wandern plant. Nicht ganz so einfach scheint auch die Ausweitung des „Vario-Bus“ auf Gemeinden im Landkreis Altötting zu werden. Weil dieses Projekt zur Verbesserung der Mobilität in Zusammenhang mit der Verkehrsfinanzierung steht, soll zuerst noch einmal mit ÖPNV-Beauftragen der beiden Landkreise gesprochen werden.